Baden ist mit knapp 15000 Hektar Rebfläche die drittgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands und gilt als die wärmste Weinregion des Landes mit der höchsten Anzahl an Sonnenstunden. Diese Gegebenheiten schmeckt man auch im Glas. Wer sich mit badischem Wein etwas tiefer beschäftigt, stößt schnell auf eine Besonderheit: Kaum eine andere deutsche Region zeigt auf so kleinem Raum derart unterschiedliche Böden.
Am Kaiserstuhl bestimmen Vulkangestein und Löss das Bild, in der Ortenau verwitterter Granit, im Markgräflerland Lehm und Kalkmergel.
Drei unterschiedliche Bodentypen, eine gemeinsame Klammer: Die Burgundersorten sind in keiner anderen deutschen Region so dominant wie hier.
Der Kaiserstuhl: Vulkangestein trifft auf Löss
Der Kaiserstuhl liegt zwischen der Breisgaumetropole Freiburg und dem durch den Europa-Park international bekannten Ort Rust. Das Mittelgebirge ist ein erloschener Vulkan. Sein Gestein bestimmt bis heute, wie die Weine schmecken. Auf gut 4100 Hektar liegen die Reben oft in Steillagen mit über 30 Prozent Hangneigung, terrassiert und kaum maschinell zu bewirtschaften. Vulkanisch verwittertes Gestein und mächtige Lössschichten treffen hier aufeinander. Der Löss speichert tagsüber Wärme und gibt sie nachts an die Reben ab, das Vulkangestein liefert Mineralität und Struktur.
Das Ergebnis sind Weine mit dichter Frucht und präsenter Säure. Spätburgunder und Grauburgunder erreichen hier eine Konzentration, die den Kaiserstuhl zur angesehensten Weinbauregion Badens und Deutschlands macht. Oberrotweil, Achkarren, Burkheim und Bischoffingen gehören zu den bekanntesten Weinorten des Kaiserstuhls. Wer Wein vom Kaiserstuhl kauft, bekommt keine leichte Kost, sondern Weine mit Tiefgang und Komplexität, genau das macht sie interessant.
Das Markgräflerland: Lehm, Löss und Kalkmergel
Südlich von Freiburg bis zur Schweizer Grenze liegt das Markgräflerland, mit ca. 3.000 Hektar. Das Markgräflerland ist neben dem Kaiserstuhl eine der Säulen des badischen Weinbaus. Lehm- und Löss dominieren hier. Die Böden sind durchzogen von Kalkmergel. Das ergibt Weine mit sanfter Säure und feiner Frucht. Die Region ist die Heimat des Gutedel, der in der Schweiz Chasselas heißt und hier auf über 1.000 Hektar wächst, mehr als irgendwo sonst in Deutschland. Die Nähe zu Rhein und Schweizer Grenze mildert das Klima zusätzlich. Das Ergebnis sind unkomplizierte, zugängliche Weine die eine breites Publikum ansprechen.
Die Ortenau: Granit am Schwarzwaldrand
Zwischen Baden-Baden und Offenburg liegt die Ortenau, mit rund 2.700 Hektar die kleinste der drei großen Regionen in Baden. Stark verwitterter Granit und Porphyr bestimmen den Boden, vereinzelt gesellt sich Löss und Lösslehm dazu. Granit gibt wenig Nährstoffe ab. Die Rebe muss entsprechend tief wurzeln, um zu überleben, und genau das schmeckt man später auch im Glas: Feine Würze, klare Frucht, weniger Komplexität als am Kaiserstuhl. Durbach, eines der bekanntesten Weindörfer der Ortenau, steht traditionell für Riesling. Man nennt ihn dort einfach Klingelberger. Daneben spielt Spätburgunder die Hauptrolle in der Ortenau. Diese Kombination aus Rot und Weiß mit langer Tradition hat der Ortenau ihren Ruf als eine der aufstrebensten Weinregionen in Baden eingebracht.
Die sechs Hauptrebsorten Badens
Grauburgunder
Apfel, Birne, Noten von Grapefruit. So schmeckt Grauburgunder aus Baden meistens. Die Säure ist straff, die Struktur mineralisch, besonders wenn die Reben auf vulkanischem Boden wachsen, wie im Kaiserstuhl. Kühlere Lagen bringen mehr Spannung, warme Hanglagen reifere, fülligere Weine. Wer Grauburgunder kaufen will, sollte sich deshalb mit der Herkunft beschäftigen. Der Unterschied zwischen den Weinbauregionen, selbst innerhalb von Baden, ist manchmal größer als man vermutet.
Weißburgunder
Weißburgunder ist die unterschätzte Sorte Badens. Die Frucht ist fein, dezent würzig, die Säure milder als beim Grauburgunder. Die Struktur ist fast cremig. Am Kaiserstuhl entwickelt er eine Komplexität, die ihn zum vielseitigen Essens- und Alltagsbegleiter macht. Weißburgunder kaufen heißt meist, sich für den ruhigeren, aber nicht weniger spannenden der beiden weißen Burgunder zu entscheiden.
Spätburgunder
Mit über 5.000 Hektar ist Baden die größte deutsche Anbaufläche für Spätburgunder. Die Aromatik reicht von heller Kirsche bis Wildkirsche, ergänzt durch feine Gewürznoten. Die Tannine sind meist zart, die Säure moderat. Lagen wie der Oberrotweiler Eichberg im Kaiserstuhl bringen zusätzliche Mineralität ins Glas und gehören zu den besten Lagen für Spätburgunder in ganz Deutschland. Spätburgunder aus Baden zu kaufen bedeutet mittlerweile nicht mehr sich mit der zweiten Wahl zufriedenzugeben. Badische Erzeuger stehen international inzwischen auf Augenhöhe mit klassischen Pinot-Noir-Regionen.
Riesling
In der Ortenau, vor allem um Durbach, spielt Riesling seine wichtigste Rolle in Baden. Granitböden verleihen der Sorte Würze und Klarheit. Die Säure ist präsent, aber selten schneidend, die Frucht reicht von Apfel bis zu reifer Pfirsichnote. Verglichen mit Mosel oder Rheingau wirkt badischer Riesling wärmer und runder.
Müller-Thurgau
Müller-Thurgau ist eine Kreuzung aus Riesling und Madeleine Royale und trotz rückläufiger Fläche in Baden immer noch stark vertreten. Der Duft erinnert an Muskat, der Geschmack reicht von trocken bis zu lieblich, der Alkoholgehalt ist moderat. Am Kaiserstuhl entstehen kräftigere, dichtere Varianten als anderswo, ein unkomplizierter Wein für den Alltag.
Gutedel
Gutedel ist die Identitätssorte des Markgräflerlands. Zurückhaltend in der Aromatik, leicht nussig, mit feiner Frucht und milder Säure. Auf Lehm- und Kalkmergelböden zwischen Freiburg und Basel entsteht ein Wein, der Leichtigkeit mit Charakter verbindet und ideal zur regionalen Küche passt.
Häufige Fragen zu Wein aus Baden
Warum ist Baden für Burgundersorten so bekannt?
Das milde Klima und die Bodenvielfalt, von Vulkangestein bis Kalkmergel, bieten den Burgundersorten ideale Bedingungen. Spätburgunder, Grauburgunder und Weißburgunder machen zusammen einen Großteil der badischen Rebfläche aus.
Was unterscheidet den Kaiserstuhl von der Ortenau?
Der Kaiserstuhl ist vulkanischen Ursprungs mit Löss und Vulkangestein, die Ortenau dagegen geprägt von verwittertem Granit und Porphyr. Das führt zu unterschiedlichen Stilen. Die Weine vom Kaiserstuhl sind kraftvoll und komplex. In der Ortenau entstehen Weine die zurückhaltender und würziger sind.
Wo lässt sich Wein online kaufen, der typisch für Baden ist?
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Baden in jedem Glas
Drei Regionen, drei völlig unterschiedliche Böden, und trotzdem ein gemeinsames Thema, die Burgundersorten. Der Kaiserstuhl liefert die Kraft. Die Ortenau bringt Würze und Eleganz mit und im Markgräflerland zählt vor allem die Leichtigkeit. Wer einmal verstanden hat, wie stark Boden und Klima den Geschmack prägen, schmeckt jede Flasche anders. Wer jetzt Wein online aus Baden kaufen möchte, wird im Online-Shop des Oberrotweiler Winzervereins fündig.